Orientierung

Orientierung

Welche Menschen treffe ich? Finde ich Kommilitonen?

Ich studiere Anglistik und heiße Manuel bzw. in der Wartburg Ryuu, nach dem weißen Drachen.Alle um mich herum sind Studenten und alle stecken in einer vergleichbaren Situation.Daher gilt für uns alle: Lernen leben und Leben lernen. Die Abwechslung und die Horizonterweiterung gehören dazu. Das Bild zeigt eine Pause bei einer Stadtführung durch einen Alten Herren, der uns den Studienort vielseitig darstellt, denn Mannheim ist wirklich mehr als nur Hafen am Rhein und Neckar oder vielfältige Industrie. Die Aussage des Lernen leben hat mir selber klar gemacht, daß Lippenbekenntnisse in der Bewältigung von Studieninhalten nicht ausreichend sind. Rasch mußte ich erkennen, daß Ziele das Eine sind, die Umsetzung das Andere. Die richtige Taktung von intensiver Arbeit mit geplanten Pausen und wohl dosierter Freizeit sind für den Erfolg entscheidend.

Wie läuft denn die Kommunikation ab?

Durch das Haus und die Gemeinschaft gibt es mehrere Ebenen der Kommunikation. Das sind Veranstaltungen auf dem Wartburghaus oder Besuche anderer studentischen Verbindungen, das ist Gemeinschaft in den einzelnen WGs, z.B. mit gemeinsamen Kochen, über Lerngruppen, individuelle Gespräche, Ausflüge, Theaterbesuch oder gemeinsamer Sport.

Ich heiße Jonas, aber alle rufen mich Mori und war im vergangenen Semester der gewählte Sprecher der aktiven Studenten. Auf dem Bild habe ich gerade das Amt übernommen. Damit ist man der Erste unter Gleichen und muß sich in die diversen Kommunikationsstrukturen hineinfinden. Dabei habe ich sehr vieles erkannt und mir für meine Weiterentwicklung eingeprägt.

Wo erhalte ich Rat zum Studium?

Ich bin Platon. Richtig heiße ich Max. Als Student des Maschinenbaus bin ich nicht alleine auf dem Haus. Außerdem gibt es zahlreiche Ehemalige, die in diesem Gebiet im Beruf stehen und häufig auf dem Haus anwesend sind. Die Erfahrungen aus älteren Semestern oder anderen Fachbereichen sind hilfreich und anregend. Der Blick über den Zaun verschafft andere Perspektiven und ermöglicht neue Heran-gehensweisen an das Studium und die Einstellung auf das kommende Berufsleben. Selbstverständlich bedeutet Rat, nicht nur in die eigene Richtung zu wirken, sondern auch selber eigene Erfahrungen an andere weiterzugeben. Gerade diese Aufgabe als Primus inter pares ist einerseits eine Herausforderung und bedeutete für mich eine Selbstverwirklichung zu kreativer Sichtweise.

Auf welche Erfahrungen kann ich setzen?

Ich bin der Alte Herr Gert und ursprünglich von einer anderen Verbindung und ein eher sporadischer Gast bei den Treffen. Aber jung war ich auch einmal. Das Auto gehörte natürlich meiner Mutter! Zu Erfahrungen erinnere ich mich an Etliches: Es ist einige Zeit her, da wurden im Rahmen einer Veranstaltung wieder Neue aufgenommen. Dabei ist es üblich, dass sich diese kurz vorstellen und etwas aus ihrem bisherigen Leben erzählen. Einer dieser Aspiranten ist mir ganz besonders im Gedächtnis geblieben; er brachte bei seiner Vorstellung so gut wie kein Wort, geschweige denn einen vollständigen Satz heraus. Mein Gedanke war: „Oh Gott, was wird aus diesem Jungen.“ Nun ja, um es kurz zu machen: Es dauerte nur wenige Semester und er leitete souverän, wie es sich eben für den Sprecher einer Burschenschaft gehört, die Veranstaltungen.

Er legte sein Examen ab, trat in das Berufsleben ein und machte seinen Weg. Diese Wandlung vom richtig schüchternen, ja gehemmten Jüngling zu einem selbstbewußten Erwachsenen kann die Wartburg mit Stolz als großen Erfolg ihrer Arbeit verbuchen. Einfühlungsvermögen, Geduld und eben keine Ignoranz und Arroganz sind Werkzeuge für diese Leistung. Hier haben die Alten Herren der Wartburg und die aktiven Studenten alle an einem Strang in die gleiche Richtung gezogen. Super! Weiter so, Burschenschaft Wartburg! Doch eines gilt aus meiner Erfahrung immer: Dauerhaft sinnvoll ist lediglich die Hilfe für Selbsthilfe, wie es das Bild demonstriert. Man sollte schon mit eigener Kraft auf den Pfeilersockel steigen, um die Hilfe zu ergreifen.

Wie erkenne ich meinen richtigen Weg?

Wenn ich zurückdenke, wie es mir als typischer Absolvent des Gymnasiums vom Lande, vor etwa 5 Jahren erging, dann waren Fragen, die den folgenden sehr ähneln, ein Schlüssel für meine Zukunft. So erschien mir Mannheim mit nur etwa 320.000 Einwohnern dennoch als verflixt groß und undurchschaubar. Wie finde ich mich zurecht? Das bewegte mich ernsthaft. Jedoch, Glück gehört zum Leben dazu, denn ich fand das Wartburghaus. Mir wurde im Gespräch schnell klar, daß nicht nur ich Fragen hatte, sondern die Wartburger an meinen Vorstellungen ebenso interessiert waren. Ich finde, zur Klärung eigener Positionen, sollte sich der Leser daher eine eigene ehrliche Antwort geben. Wenn hier jeweils ein JA steht, dann sollte das Interesse an der Wartburg ernsthaft weiter vertieft werden.

  • Ich werde in Raum Mannheim bzw. Rhein-Neckar ein Student sein
  • Mir ist klar, in ein zweites Hotel Mama ziehe ich kaum
  • Ein Studium erzeugt Weitung des Horizonts
  • Ich bin ein offener Mensch und bin für Neuland aufgeschlossen
  • Freunde hinter 1.000 Klicks sind mir zu oberflächlich
  • Nach einiger Zeit will ich integriertes Mitglied mit allen Rechten und Pflichten sein
  • Ich will auch Spaß und Erfolg mit den Freunden aus der Verbindung
  • Einsames Pauken von der Rolle ist mir im Studium deutlich zu eng gefaßt
  • Ich will möglichst rasch ein erfolgreiches Examen ablegen
  • Lebenserfüllung beruht nicht nur auf fachlichem Können

Mir war damals bei den Fragen eines sehr wichtig – der Blick über den Tellerrand meines Fachgebietes Wirtschaftsingenieurwissenschaften hinaus, auf die Umwelteinflüsse und die Rückkopplungen aus dem Umfeld. In der Burschenschaft Wartburg bin ich der Eskandar weil mich die technisch-wirtschaftliche Entwicklung der Ölförderung in Persien, aus Sicht eines Dorfjungen, so faszinierte.

Warum helfen mir die Wartburger mit ihren Netzwerken?

Die Antworten zur Frage des Entstehens und der Pflege von Netzwerken können sehr unterschiedlich sein. In der Burschenschaft Wartburg können die Antworten auch wechseln, denn jeder Mensch ist anders und stellt andere Sichtweisen und Prioritäten heraus. Da die Hausbewohner, also die Aktiven der Verbindung, nach einigen Semestern das Wartburghaus verlassen und in den Beruf gehen, verändern sich natürlich die gesetzten Schwerpunkte und damit die Kommunikationsströme.

Außerdem geben die vom Convent für ein Semester gewählten Sprecher und Beauftragten ihre Impulse. Es legt daher an der persönlichen Einstellung, wie man sein Netzwerk erhält oder stabil ausbaut. Die Bandbreite ist daher groß. Party, Ausflug, Vortragsabend oder Gartenfest bei einem Alten Herren stehen neben klassischen Zusammenkünften auf dem Haus. Jeder Wartburger soll neue Impulse geben, denn das fördert den Geist aller und gibt neue Sichtweisen frei. Neben den persönlichen Einstellungen bestimmt auch die jeweilige Situation die Flexibilität von Netzen. Bei einem Sommerfest bei alten Herren, mit einem Tanz mit meiner späteren Frau, hätte ich, der Mho garantiert anders gesprochen als im Convent, wenn es um Richtungsentscheide geht. Als Ingenieur der Elektrotechnik habe ich den Namen in der Wartburg nach dem elektrischen Leitwert als Mho = 1/Ohm, auch als 1 Siemens bekannt.